100 Jahr - Feier

Der Verein der Gemeindebürger Ostiem feierte in 2016 sein 100-jähriges Bestehen im Bürgerhaus Schortens

100 Jahre Verein der Gemeindebürger Ostiem

Verehrte Anwesende, der Verein der Gemeindebürger Ostiem wird in diesem Jahr 100 Jahre alt.

Deshalb möchte ich mich in meiner Begrüßung zuerst an unsere Mitglieder wenden, denn ohne

deren Treue wäre es nicht zu diesem Jubiläum gekommen.

Es freut mich besonders, dass unser ältestes Mitglied mit 96 Jahren, Frau Hildegard Schomann, unter uns weilt.

Doch damit nicht genug. Hinrich Dirks, mit 83 Jahren, kommt auf eine Mitgliedsdauer von 66 Jahren und ist somit

am längsten in unserem Verein erfasst.

Ebenfalls möchte ich noch meinen Vorgänger Uwe Schneider begrüßen.

Diesen dreien, neben allen anderen Mitgliedern, ein herzliches Willkommen.

Als nächstes begrüße ich unseren Bürgermeister Gerhard Böhling mit seiner Frau Gaby.

Des Weiteren die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Bödecker, mit ihrem Mann Egon.

Ich denke, dass ich die nachfolgenden geladenen Gäste in einem Block zur Begrüßung benenne

und Sie dazu abschließend applaudieren, damit wir uns nicht zu spät dem Kaffee zuwenden können.

Ebenfalls eingeladen waren alle Fraktionen aus dem Rat unserer Stadt:

Für die CDU begrüße ich den Fraktionsvorsitzenden Axel Homfeldt in Begleitung von Melanie Sudholz.

Des Weiteren Andreas Bruns und Horst-Dieter Freygang mit Frau.

Von der SPD –Fraktion ist deren Vorsitzender Herr Udo Borkenstein erschienen.

Die UWG wird vertreten von Herrn Heinrich Ostendorf

Von den mit uns befreundete Vereine folgten unserer Einladung:

- Der Bürgerverein Schortens, Herr Friedrich Hanssen mit einer Abordnung

- Der Brunnenverein Grafschaft, Herr Jan Homrighausen mit einer Abordnung

- Der Bürgerverein Sillenstede e. V.,

- Der Bürgerverein Jever e.V., Herr Hans Peter Waculik mit einer Abordnung

- Der Schützenverein Schortens von 1791 e.V. mit seiner Königin,

  dem Präsidenten und dem Ehrenpräsidenten, beide mit Gattin.

- Von der Freiwilligen Feuerwehr Schortens den stellvertretenden Ortsbrandmeister

  Reiner Kunz und den künftigen OBM   

So, das waren die zu begrüßenden Gäste und jetzt können wir diese alle geschlossen willkommen heißen.

An solch einem Feiertag sollte eine geschichtliche Rückschau nicht fehlen,

deshalb in zusammengefasster Form ein Rückblick:

Die Gründung des heutigen Vereins der Gemeindebürger Ostiem fällt in die Notzeit

des Ersten Weltkriegs und ist datiert auf den 17. Dezember 1916.

Das 19. Jahrhundert, insbesondere die Jahre bis 1918/19 brachten in Deutschland schrittweise den Übergang von der Monarchie bis zum demokratischen Staatswesen heutiger Prägung.

Für das Jeverland, und damit auch für Schortens, kam durch den Bau des Kriegshafens an der Jade außerdem eine besondere Entwicklung und Bedeutung hinzu.

In dieser Zeit suchten die Bürger nach Organisationen zur Anpassung an die Situation und zur Mitwirkung im neuen gesellschaftlichen Umfeld.

Diesem Ziel ist auch die Gründung des Vereins der Gemeindebürger entsprungen.

Also trafen sich nach einem Aufruf am 17. Dezember 1916 Interessierte aus der Gemeinde Schortens in Grahlmanns Wirtshaus und hoben den "Vereins Schortenser Bürger“ aus der Taufe.

Neben dem Inhaber der Wirtschaft trafen sich vermutlich 25 Bürger.

Nach damaligem Recht – vor 1919 – galten nur Männer als Bürger und waren wahlberechtigt. Somit, konnten auch nur männliche Personen an dieser Gründung teilnehmen.

Mit diesem neuen Verein war neben dem „Bürgerverein Schortens von 1893“ und dem „Bürgerverein Gemeindewohl Schortens“ bereits der dritte Verein dieser Art aktiv.

Letzterer wurde vermutlich zum Ende des Jahres 1917 aufgelöst.

Die Gründer des "Vereins Schortenser Bürger" wollten jedoch keinen Bürgerverein nur für den Ort Ostiem, in dem sich die Gründungsstätte befand, ins Leben rufen, sondern einen Verein für die gesamte Gemeinde. Dies ergibt sich auch aus dem absoluten Schwerpunkt der Vereinsarbeit. In Schortens waren bei den Gemeinderatswahlen jeweils der Bürgerverein Schortens und der Verein der Gemeindebürger aktiv und es wurden von den Mitgliedern bis zu drei Ratsmitglieder platziert.

Am 30. November 1918 trat in Deutschland das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft. Damit konnten Frauen im Januar 1919 zum ersten Mal in Deutschland reichsweit wählen und gewählt werden.

So stellte der Verein der Gemeindebürger 1919 mit Gesine Koch die erste Frau für den Gemeinderat. Auf unsere Anregung wurde nach ihr eine Straße beim Schwimmbad benannt.

 

Die Zahl der Vereinsmitglieder nahm nach der Gründung schnell zu, genaue Zahlen liegen jedoch aus den Anfangsjahren nicht vor. Die erste Spitze gab es 1926 mit immerhin schon 244 Mitgliedern. Die Zahl ging dann wieder zurück und man zählte 1939 nur noch 123 Mitglieder.

In der NS – Zeit waren Vereine verboten und so ruhte zwangsläufig das Vereinsleben.

Einen Neuanfang gab es dann 1950 mit 44 Mitgliedern.

Ähnlich wie in den Gründerjahren verzeichnete man einem schnellen Zulauf.

Eine neue Spitze wurde zum 60-jährigen Bestehen erreicht.

Um das Jahr 1976 zählte man etwa 350 Mitglieder. Aktuell haben wir noch 210 Mitglieder und sind stolz auf die Beteiligung an unseren Versammlungen und Wahrnehmung unserer Angebote, auf die ich noch zu sprechen komme.

Im Verlauf der Jahre wurde mehrfach über eine Änderung des Vereinsnamens diskutiert.

Die Anträge dazu wurden aber jedes Mal abgelehnt.

Erst in der Mitgliederversammlung am 6. April 1952 beschloss man die die Änderung auf den Namen "Verein der Gemeindebürger Ostiem".

Das erste Gründungs- und Vereinslokal war das des Rechnungsführers, benannt „Grahlmanns Wirtshaus“. Dieses befand sich an der früheren Lindenstraße, heute ist es der Klein-Ostiemer Weg Nr. 10.

Nach mehreren Wechseln wurde ab 1923 oder 1924 der „Ostiemer Hof“ endgültig das Vereinslokal. Nach dessen Schließung wechselte man im Dezember 1978 in die „Bürgerstuben“, im Papenmoorland.

Der letzte Wechsel erfolgte dann am 11. Januar 1988 in das Bürgerhaus, in dem wir bis Heute und hoffentlich auch in Zukunft zu Gast sein dürfen.

Es war Eduard Köhn, der die Initiative zur Wiedergründung ergriff. Die Mitglieder wählten ihn nach der Kriegspause zum ersten Vorsitzenden. Ihm folgte 1967 Christoph Grotzinger und danach 1977 Hans Möller. Weitere Vorsitzende waren ab 1981 Peter Harms, ab 1985 Uwe Schneider, dann 1995 Katharina Heiden und ab 1999 wieder Uwe Schneider.

 

Das Wesen und den Zweck des Vereins regelt unsere Satzung.

Der § 1 bestimmt den Namen und den Sitz des Vereins in „Verein der Gemeindebürger Ostiem“ mit seinem Sitz in der Stadt Schortens.

Im § 2 wird der Zweck des Vereins definiert. Danach hat der Verein die Aufgabe, die Interessen und das Wohl der Bürger in der Stadt zu fördern. Dieses soll erreicht werden durch Besprechungen innerhalb des Vereins, Anträge an den Stadtrat oder die Verwaltungsbehörden, sowie Anregung von gemeinnützigen Verbesserungen.

Des Weiteren sollen zur Förderung des Vereinslebens gesellige Veranstaltungen durchgeführt werden. Parteipolitische Debatten dürfen weder geführt noch geduldet werden und der Verein ist politisch und konfessionell neutral.

Soweit die Satzung.

Diese genannten Grundsätze prägen noch immer unser Vereinsleben und damit ist der Inhalt der Versammlungen bereits umrissen.

Aus den Versammlungen gingen Vorschläge zur Benennung von Straßen hervor. Es wurden Schwachpunkte aufgezeigt und z.B. Hindernisse für Behinderte beseitigt und vieles weiteres mehr.

Insgesamt gibt es eine erfreulich gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt, der Verwaltung und insbesondere auch mit unserem Bürgermeister.

Zur Förderung des Vereinslebens und den gesellige Veranstaltungen gibt es rückblickend einiges zu berichten, denn darin spiegeln sich auch die Veränderungen unserer Gesellschaft wieder.

Gab es früher den berühmten Tanz in den Mai und einem großem Maibaum in Ostiem, welche sich großer Beliebtheit erfreuten.

Der Verein organisierte jedes Jahr auch ein Jugendschützenfest.

Zuerst auch sehr beliebt, musste es später mangels Akzeptanz eingestellt werden.

Sicherlich erinnern sich noch viele an unser „Danz up de Deel“ in der Kornhalle Grahlmann. Diese Veranstaltungen erforderten jedes Mal große Anstrengungen in der Vor- und Nachbereitung. Doch da waren die Mitglieder mit Leib und Seele dabei und es waren gelungene Feste.

An den Festumzügen –alle 5 Jahre - durch die Stadt Schortens beteiligten wir uns ebenfalls mit Festwagen.

Auch an den „Bürgervereins – Olympiaden“, die reihum veranstalteten wurden, waren wir zur Belustigung der Zuschauer aktiv beteiligt.

In der Vorweihnachtszeit gibt es immer noch eine Adventsfeier, wogegen die frühere Kinderweihnacht ebenfalls mangels Beteiligung eingestellt werden musste.

Ein Teeabend, das traditionelle Kohlessen wie auch unsere regelmäßigen Radtouren sind immer noch ein fester Bestandteil in unserer Jahresplanung.

Nicht zu vergessen das traditionelle und beliebte Moorlands – Treffen am 11.11.

Des Weiteren werden Ein-Tages-Ausflüge und Mehrtagesfahrten organisiert und gut angenommen.

Bisher haben wir jedes Jahr einen Laternenumzug für die Kinder in der Stadt Schortens organisiert, was uns leider auch immer schwerer fällt.

Im Foyer wurden von uns Stellwände aufgestellt, auf denen es über die genannten Aktivitäten und deren Dokumentation etwas zu finden gibt.

Einige der vorgenannten Aktivitäten sind verschwunden, weil sich die Zeiten und damit Interessen änderten, aber auch weil unsere Mitglieder ebenfalls älter geworden sind.

Wie alle Vereine beklagen wir den Mangel an jüngeren Mitgliedern.

In der heutigen Zeit ist kaum noch jemand für solch eine Vereinsarbeit zu begeistern.

Doch heute wollen wir gemeinsam das Jubiläum begehen.

Dazu wünschen Ihnen der Vorstand und alle Mitglieder einen guten Verlauf.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass Sie hier alle eingeladen sind.

Genießen Sie Kaffee / Tee und Kuchen und anschließend, wenn das Kaffeegeschirr abgeräumt wurde, auch gerne noch ein anderes Getränk, wie sie auf den Tischen stehen.

Ein Bier bestellen Sie dann bitte bei dem Service, der bereits alles vorbereitet hat.

Auch dieser Truppe gilt unser Dank.

Als letztes möchte ich noch auf die Spendenbox im Foyer hinweisen.

Die Spenden werden einem sozialen Zweck zugeführt, deren Bestimmung in der nächsten Versammlung beschlossen wird.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und jetzt übergebe ich das Wort an den Bürgermeister.